Besuch in der der Lions-Augenklink Masina, Kinshasa

Besuch bei frisch operierten Patienten der Klink (Foto: D. Koch)

(17.09.2012) Seit der Einweihung der großen Lehr- und Ausbildungs-Augenklinik Centre Ophtalmologique (COM) in Masina, Kinshasa sind nunmehr 3 Jahre vergangen. Kürzlich besuchte eine Gruppe deutscher Lions um Detlev Koch vom Lions Club Südharz die Demokratische Republik Kongo und stattete auch der Klinik in Kinshasas ärmsten Stadtteil einen Besuch ab.

Als erfreuliches Ergebnis des unangemeldeten Besuches konnte Detlev Koch berichten, dass er "vor Ort einen freundlichen und aufgeschlossenen Empfang mit einer informativen Führung in alle Klinikbereiche" erlebte. Seinen, wie er schreibt "uneingeschränkt positiven Eindruck von dem, was wir Lions ermöglichten", hat er in einem Bericht, Bildern und Filmaufnahmen dokumentiert und dem Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht und sehen Sie die Filmaufnahmen:

Besuch in der Augenklinik Masina 2012

Filmaufnahmen zum Besuch

Im Anschluss finden Sie weitere und detaillierte Informationen zu den Fortschritten des Projekts (Stand 02/2012) im Kongo:

Bau und Ausstattung der Klinik

Der Bau des Krankenhauskomplexes wurde nach einigen Verzögerungen Mitte 2010 fertiggestellt. Das COM beinhaltet einen großen Wartebereich für Patienten, mehrere Untersuchungszimmer, die mit modernen medizinischen Geräten ausgestattet sind, 2 Operationssäle, Krankenzimmer für die stationäre Aufnahme von Patienten mit insgesamt 60 Betten (davon 20 Betten für private Patienten).

Desweiteren sind eine Apotheke, eine Optiker-Werkstatt, ein Verwaltungsgebäude, eine Cafeteria sowie ein Ausbildungsgebäude, bestehend aus Auditorium, Schulungsräumen, einer Bibliothek, einem Internetcafé und 4 Laborplätzen, an denen Studenten eine Augenchirurgische Ausbildung erhalten, vorhanden.

Outreach - Gemeindearbeit mit freiwilligen Helfern

Für die gemeindenahe augenmedizinische Versorgung wurden fünf Zentren im Projektgebiet - zwei Gesundheitszentren sowie drei Gemeindezentren - ausgestattet. Die Zentren in Trägerschaft der Erzdiözese von Kinshasa, sind fest in den Gemeinden verankert und erhalten dementsprechend hohe Akzeptanz von der Bevölkerung. Zur Identifizierung und Überweisung von Patienten an die Zentren hat ein Netz von 150 freiwilligen Helfern, die durch den Partner RAC organisiert werden, Anfang 2010 begonnen, Aufklärungsveranstaltungen durchzuführen. Die Helfer, die regelmäßig Fortbildungen erhalten, begleiten die Patienten zu den Zentren, in denen Untersuchungen sowie einfache Behandlungen und Überweisungen an das COM zur weiteren Behandlung stattfinden.

Laufender Betrieb

Der Betrieb im COM wurde Anfang Juni 2010 aufgenommen. Ein Team von Augenärzten und medizinischem Fachpersonal begann, Patienten zu behandeln und zu operieren, und es wurden aus den gemeindenahmen augenmedizinischen Diensten erste Patienten an das COM überwiesen.

Das Jahr 2011 war schließlich durch die komplette Aufnahme und Umsetzung der geplanten Aktivitäten in der Augenambulanz, in der Augenchirurgie sowie in den Augenmedizinischen Außendiensten gekennzeichnet.

Mitarbeiter:

Seitdem das Krankenhaus seinen Betrieb voll aufgenommen hat, sind insgesamt 45 Mitarbeiter in der Augenambulanz, Chirurgie, in der Verwaltung und Administration sowie für die Außendienste beschäftigt.

Aktivitäten in der Augenmedizinischen Ambulanz:

In 2011 wurden insgesamt 18.223 Patienten untersucht, von den Außendiensten (RAC) wurden 9.235 Patienten (50,67 %) überwiesen. Pro Tag wurden in 2011 im Durchschnitt 71 Patienten untersucht.

Im gleichen Jahr wurden 8.346 Patienten behandelt und 1.973 Brillen verschrieben. Insgesamt 1.282 Patienten wurden an die chirurgische Augenabteilung.

Hilfe für viele Augenpatienten

Dr. Ngona Banga ist der erste Lions-Augenarztstipendiat aus der DR Kongo, der seine Ausbildung abgeschlossen hat. Hier stellt er seinen Bericht über seine Arbeit zur Verfügung. 

Der LC Nettetal, allen voran Dr. Jürgen Davids, hatte es sich 2005 zur Aufgabe gemacht, die Ausbildung eines  Augenarztes gemeinsam mit den Clubs seiner Zone zu finanzieren. Ein Kandidat war dann auch schnell gefunden: Mit Dr. Ngona Banga hatte einer der ersten Ärzte aus der Demokratischen Republik Kongo die Chance, an der englischsprachigen Universität Nairobi sein Facharzt-Studium in Ophthalmologie aufzunehmen. Dank der gemeinsamen, großzügigen Aktion von neun Lions Clubs und zwei Leo Clubs war die Finanzierung sichergestellt. Dr. Ngona Banga verließ für sein Weiterbildungsstudium vorübergehend seine Frau und seine beiden Kinder im Kongo und lernte erst einmal Englisch, bevor er dann im Herbst 2005 sein Studium beim Augenarzt der Christoffel-Blindenmission (CBM) Dr. Martin Kollmann an der Universität Nairobi aufnehmen konnte. Während der gesamten Studienzeit hatte er regelmäßig Kontakt mit Lions-Freund Dr. Jürgen Davids, genannt „Father Davids“. Nach seiner erfolgreich abgeschlossenen Augenarzt-Ausbildung, ist Dr. Ngona Banga zu seiner Familie in den Kongo zurückgekehrt, wo er jetzt vielen Augenpatienten helfen kann.

Dr. Ngona Banga ist den deutschen Lions-Freunden sehr dankbar dafür, dass sie ihm diese Weiterbildung und damit „sein Wirken zugunsten der Ärmsten“ ermöglicht haben. Inzwischen ist er selbst einem örtlichen Lions Club im Kongo (Lionsclub Bunia, District 409) beigetreten.

Lesen Sie hier seinen Bericht und sehen Sie die Bilder seiner Arbeit bei einem seiner Außeneinsätze, genannt „Safari“.

Bericht über die Arbeit des Augenarztes Dr. Banga

Blindheitsverhütung in Kinshasa

Foto: CBM
Foto: CBM
Foto: CBM

In Kinshasas ärmsten Stadtteil Masina ist das erste Ausbildungszentrum für augenmedizinisches Fachpersonal im gesamten frankophonen Afrika entstanden. Die angeschlossene neue Augenklinik bietet verschiedene notwendige Behandlungsmöglichkeiten.

Nach rund dreijähriger Bauphase kann seit der Einweihung im Oktober 2009 tausenden von Patienten geholfen werden.

 

Blindheitsverhütung im Kongo

Das Projekt hat folgende Ziele , die bis zum Jahr 2011 verwirklicht werden sollen:

Ausbildung von medizinischem Personal

  • Augenärzte
  • Eye Nurses (auf Augenarbeit spezialisierte Krankenschwestern und Pfleger)
  • Ophtalmologic Clinical Officers (=OCOs), das sind in 2-jähriger Ausbildung weiter gebildete Schwestern und Pfleger. Sie können Untersuchungen und einfache Behandlungen selbstständig durchführen.
  • Katarakt-Chirurgen, das sind OCOs, die sich spezialisiert und weiter gebildet haben. Sie können z. B. Operationen am Grauen Star durchführen.
  • Gemeinde-Koordinatoren (450 sind schon ausgebildet) und freiwillige Gesundheitshelfer (4000 engagieren sich bereits): In ihrem Lebensumfeld betreuen sie Familien, klären auf und beraten. Falls nötig überweisen und begleiten sie Erkrankte zu geeigneten Behandlungen.

Untersuchungen und sofortige Hilfe

Die theoretischen Lehrinhalte der Universitäts-Ausbildung werden in der neuen Augenklinik praktisch umgesetzt. Schon in der Anfangsphase konnten seit 2006 über 1.500 sehbehinderte und blinde Kinder identifiziert werden. Mehr als 300 wurden bereits operiert, über 800 wurden gemäß ihren Fähigkeiten in Reha-Maßnahmen und Schulen integriert. In den nächsten Jahren (bis 2011) sollen jährlich 80.000 Augen-Untersuchungen erfolgen und 300.000 Brillen verordnet werden. Daneben sind die Produktion und der Verkauf von Augentropfen sowie die Einnahmen einer Optiker-Werkstatt wichtige Einnahmequellen für die Augenklinik. Sie ermöglichen und sichern neben den Arbeitsplätzen für Einheimische auch die Untersuchung und Behandlung Bedürftiger.

Operationen und Rehabilitation

Seit 2010 führen angehende Augenärzte, OCOs und Katarakt-Chirurgen jährlich im Praxistraining 4.000 Katarakt-OPs (davon 200 an Kindern) sowie die Nachsorge und Rehabilitation durch.

Lesen Sie mehr:

 

Projektbericht Lichtblicke für das frankophone Afrika (LION 12/2009)

Projektbericht Ausbildungsklinik Kinshasa (05/2009)

 

Weitere Informationen erhalten Sie beim HDL:

Carola Lindner

Tel. +49(0)611-9915480

c.lindner(at)lions-hilfswerk.de


Sehen Sie hier den Film über die Augenarbeit im Kongo:

Lions-Nothilfe im Kongo

Von Oktober 2008 an herrschten monatelang bürgerkriegsähnliche Zustände im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Die dramatische Situation der notleidenden Bevölkerung erforderte schnelle Hilfe von Außen. Insgesamt gingen beim Hilfswerk der deutschen Lions e. V. (HDL) über 10.000 Euro Spendengelder ein.

 

Projektbericht Lions-Nothilfe im Kongo

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