Ausführlicher Bericht zur Lions-Hilfe in Japan

Verteilung von Hilfsgütern (Foto: HfH)

(06.06.2012) Für die Notleidenden der Katastrophe in Japan wurde viel spontane und auch langfristige Hilfe geleistet. Ein Abschlußbericht unserer Partner dokumentiert anschaulich einen Teil der Maßnahmen.

Unser Partner Habitat for Humanity stellte einen ausführlichen Bericht zur Verfügung, der zeigt, wie ein Teil der Spenden, die beim Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. für die Katastrophenhilfe in Japan eingingen, verwendet wurden. Hier können Sie ihn herunterladen:

Abschlussbericht Japan

Japan - ein Jahr nach der Dreifachkatastrophe

(08.03.2012) Ein Jahr nach dem schweren Erdbeben, dem Tsunami und dem Reaktorunglück in Japan, finden die Menschen allmählich wieder Halt. Zahlreiche Helfer haben dazu beigetragen, dass die betroffenen Regionen mit dem Wiederaufbau nicht allein gelassen wurden.

In diesem Video unseres Partners "Habitat for Humanity" wird gezeigt, welche Arbeit vor Ort geleistet wurde und wie den Menschen geholfen wurde. Wir bedanken uns bei allen Spendern für die großzügige Hilfe!

Ein Klick auf das Bild, führt Sie zum Videoportal.

Ladenstraße in Ayakuwa eröffnet

Das Ayakuwa Hama Centre von der Straße aus gesehen (Foto: JEN/Help)

(02.01.2012) Auch im neuen Jahr sind die Menschen in Japan in manchen Gegenden weit entfernt von der Normalität. Doch mit Hilfe der Spendengelder aus Deutschland wird es möglich, dass allmählich und Schritt für Schritt zurück zu einem normalen Leben nach der Katastrophe gefunden werden kann. Die Eröffnung der Ladenstraße in Ayakuwa , die mit Hilfe der Gelder der Deutschen Lions finanziert und gemeinsam mit unseren Partnern Help und JEN gebaut wurde, ist ein solcher Schritt und ein positives Signal für die Zukunft.

Hilfe für den Aufschwung

Die Wiederbelebung der Wirtschaft war und ist eines der wichtigsten Ziele der Hilfsleistungen, denn nur so können Land und Leute ihr Leben wieder aufnehmen und scheinbar selbstverständliche Dinge wie Arbeitsplätze und Versorgung wieder selbst organisieren. Um diesen Prozess zu erleichtern, wurden in Ayakuwa eine Ladenstraße und Gebäude für Gewerbebetriebe errichtet. Inzwischen wurde das neue Zentrum feierlich eröffnet und der Geschäftsbetrieb aufgenommen. Die Ladenlokale und Räumlichkeiten wurden bevorzugt an lokale Händler und Gewerbetreibende vergeben, die auch zuvor in dem Ort als Geschäftsleute tätig waren.

Eröffnungszeremonie der Ladenstraße
Ein kleiner aber feiner Fischladen
Einkaufen wieder möglich (Fotos: JEN/Help)

Ein kleines Fest

Mit wenig Mitteln und teils noch provisorischer Einrichtung können die Menschen in Ayakuwa nun wieder einkaufen gehen und ihre Waren und Dienstleistungen anbieten. Ein großer Schritt in Richtung Normalität, der vor Ort mit einer kleinen Eröffnungszermonie gefeiert wurde. Auch dank der Gelder die von den deutschen Lion gespendet und gesammelt wurden, war für die Opfer der Dreifachkatastrophe in Japan dieses Fest erst möglich geworden.

Warmes für den Winter in der Präfektur Miyagi

Freiwillige tragen Haushaltsausstattungen (Foto: HfH)

(22.12.2011) In Japan herrschen derzeit ganz ähnliche Temperaturen wie hier in Deutschland und für die teils immer noch obdachlosen Menschen in der Präfektur Miyagi bedeutet das kalte Tage zwischen den Jahren.

Viele Behausungen sind noch immer zerstört oder nur notdürftig repariert. Umso schöner, als uns jetzt die Nachricht unseres Partners Habitat for Humanity erreichte, dass von den Spenden der Lions über 800 Haushalte mit sogenannten „Winter Items“, zu Deutsch „Wintersachen“ versorgt werden konnten.

Wintersachen für bedürftige Familien

Ein solches Set besteht aus Heizteppichen und - decken, Heizgeräten und anderen wärmenden Haushaltsausstattungen, die auf Empfehlung der japanischen Regierung zusammengestellt wurden. Die Verteilung erfolgte zusammen mit einer Freiwilligenorganisation vor Ort in der Stadt Higashi Matsushima.

Nur einer von vielen Schritten zurück zur Normalität

Auch weiterhin beteiligen sich viele Menschen mit Spenden und freiwilliger Arbeit vor Ort am Wiederaufbau, denn die Folgen der Katastrophe sind längst nicht beseitigt.

Schon Anfang November konnten durch Ihre Spenden zahlreiche Haushalte mit Matratzen und Bettgerüsten und Bettzeug ausgestattet werden. Für viele Familien wird es nun dank der Hilfe der Lions ein Stückchen leichter durch den Winter zu kommen und nicht nur in Trümmern und Hoffnungslosigkeit ins Neue Jahr zu starten. Vielen Dank auch an Sie!

"Winter Items" sollen die Kälte besiegen helfen (Fotos: HfH)

Hilfe für Japan ist angekommen

Zerstörungen in der Stadt Ayukawa (Foto: HELP e.V.)

(25.11.2011) Die katastrophalen Ereignisse in Japan liegen zeitlich schon in relativer Ferne, dennoch sind die Menschen vor Ort immer noch mit den Folgen der Naturkatastrophe und des Reaktorunglücks konfrontiert. Der Projektkoordinator unseres Partners Help e.V., Berthold Engelmann, war im Oktober vor Ort, um sich ein aktuelles Bild zu machen.

Besonders die Langzeitfolgen der Katastrophe in Japan sind ungewiss. Laut offizieller Angaben kamen im März 2011 etwa 15 000 Menschen ums Leben, vielen wurde die Existenzgrundlage geraubt und unzählige Menschen leben immer noch in Containern, Zelten und anderen Behelfsunterkünften.

Große Unterstützung und Solidarität

Unterstützung kam von vielen Seiten, Hilfe, die selbst in einem hochentwickelten Land wie Japan in der akuten Notlage dringend gebraucht wurde. Neben Gebern aus der deutschen Wirtschaft kamen auch viele Spenden von Privatleuten. Die Solidarität mit den Opfern der Katastrophe war weltweit groß. Auch die deutschen Lions spendeten großzügig für Japan. Rund eine halbe Million Euro wurden im ersten Schritt für die Arbeit mit unserem Partner Help e.V. sowie der lokalen Hilfsorganisation JEN für Nothilfe, Haushaltsausstattungen und einkommensschaffende Maßnahmen bereitgestellt. Insgesamt wurden rund 750 000 Euro von den deutschen Lions für Japan gespendet. Die verbleibenden 250 000 Euro werden für weitere Haushaltsausstattungen in Zusammenarbeit mit unserem Partner Habitat for Humanity verwendet.

Traumatische Erinnerungen für die Betroffenen

Die einzelnen Geschichten der Betroffenen klingen immer noch unfassbar. Menschen denen es gelang, sich vor dem Tsunami in Sicherheit zu bringen, verharrten oft tagelang ohne Kontakt zur Außenwelt auf einem höhergelegenen Punkt in der Landschaft, immer in Ungewissheit was mit Angehörigen, Nachbarn und Freunden geschehen ist. Engelmann berichtet, dass den Menschen bei der Erzählung ihrer Erinnerungen, beim Berichten darüber wo sie waren oder was sie taten als die Welle das Land traf, immer noch Tränen in den Augen stehen. So auch bei Ishinomaki Hiroyuki Kogure, 52, der mit seiner Frau sechs Tage auf einem 35 m hoch gelegenen Parkplatz ausharrte, ohne Nachricht von seinem Sohn oder seiner Tochter und ohne zu wissen, was mit ihnen geschehen ist.

Erinnerungsstücke aus den zerstörten Häusern
Hiroyuki Kogure zeigt auf die stehengebliebene Uhr in seinem Haus
Dieser Parkplatz im völlig zerstörten Onagawa lag nicht hoch genug (Fotos: HELP e.V.)
Trümmerberge bis zum Horizont (Foto: HELP e.V.)
Hier entsteht eine neue Ladenstraße in Ayukawa (Foto: HELP e.V.)

Existenzgrundlagen wurden vernichtet

Ganze Wohngebiete, Fabriken, Straßen – die gesamte Infrastruktur in der am schlimmsten betroffenen Präfektur Miyagi wurde zerstört und die Trümmer konnten bis heute nicht vollständig beseitigt werden. Die Japaner verfügten über ein Tsunami-Frühwarnsystem. Sonst wäre die Zahl der 15 000 Opfer wohl um ein vielfaches höher. Doch auch so ist die Bilanz erschreckend: 470 Quadratkilometer Land wurden überspült, 115.000 Gebäude stürzten vollständig, noch mehr teilweise ein. Mindestens weitere 500.000 Häuser wurden baufällig, berichtet Help-Projektkoordinator Berthold Engelmann und beschreibt, dass ihm erst beim Anblick der immer noch völlig zerstörten Städte, der Schuttberge und der kilometerlangen Trümmerfelder vor Ort die Dimensionen und das Ausmaß der Katastrophe so richtig greifbar wurde.

Wiederbelebung der Wirtschaft

Zusammen mit den Gebäuden und Straßen verschwand für die Menschen der Region auch ihre Existenzgrundlage unter den Trümmern. Arbeitsplätze, Geschäfte, Wohn- und Bürogebäude sowie weiterverarbeitende Anlagen für die Fischerei und andere Wirtschaftszweige sind einfach nicht mehr da. Daher ist es eines der wichtigsten Ziele der internationalen und lokalen Hilfe, die Wirtschaft wiederzubeleben.

Die Gelder der Lions werden unter anderem für ein solches Projekt in Ayukawa verwendet. Hier werden zunächst zwei große Gebäude mit Ladenstraßen und Gewerbebetrieben errichtet. Das soll nicht nur eine Grundlage für einen wirtschaftlichen Neuanfang sein, sondern auch die Versorgung der Bevölkerung sichern. Projektkoordinator Berthold Engelmann traf vor Ort auf den 23-jährigen Tatsuya Henmi, der mit einem Fischladen eine Familientradition fortsetzen will. Sein Vater, der seinen Verletzungen vom Tag des Tsunami im Mai erlag, hatte ebenfalls einen solchen Laden, der komplett zerstört wurde. Lokalen Geschäftsleuten wird bei der Vergabe der Ladenlokale der Vorzug gegeben.

Hoffnungsvoll in die Zukunft

Die Eindrücke der Reise des Projektkoordinators sind gemischt. Schockierende Bilder und Geschichten dramatischer Schicksale vereinen sich mit einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. Die Japaner gehen den Wiederaufbau mit viel Gelassenheit und Willen zur Eigeninitiative an, sind aber auch äußerst dankbar für jeden Euro der gesammelt und gespendet wurde. Und der Ortstermin hat keinen Zweifel offengelassen, dass für die Hilfe in der Region jeder Euro dort ankommt, wo er dringend gebraucht wird. Hiroyuki hofft, dass er sich irgendwann einmal bei den Deutschen revanchieren kann. Sollte Hilfe gebraucht werden, sei er sofort zur Stelle.

Lions-Hilfe für Japan

Letzter Spendenstand: 742.388 Euro


Zerstörte Häuser in Ishinomaki
Der Lions Club in Ishinomaki ist in die Hilfe eingebunden

(08.11.2011) Die Zerstörungen durch Erdbeben und Tsunami sowie die Folgen der Atomkatastrophe stellen Japan vor große Herausforderungen.

Lions unterstützen Kleinunternehmen

Noch immer leben mehr als 100.000 Menschen in Notunterkünften. Zusammen mit unserem bewährten Partner Help e.V. aus Bonn und der japanischen Hilfsorganisation JEN helfen die deutschen Lions den Betroffenen vor Ort. JEN verfügt über langjährige Erfahrung in der weltweiten Katastrophenhilfe.

Umgehend nach dem Beben sendete JEN ein Nothilfeteam in die besonders schwer getroffene Region Tohoku in der Präfektur Miyagi und begann mit der Soforthilfe. In Sendai und Ishinomaki wurden Suppenküchen eingerichtet, Lebensmittel, Trinkwasser, Decken und Hygieneartikel verteilt. Da es in den ersten Wochen nach der Katastrophe sehr kalt war, gehörten auch Heizöl und Generatoren zur Nothilfe. Insgesamt wurden bisher 5.000 Familien mit Hilfsgütern versorgt. Daneben hat JEN das Management in Evakuationszentren übernommen und koordiniert das Beseitigen der riesigen Schlammmassen, die der Tsunami hinterlassen hat. Der Lions Club in Ishinomaki ist in die Hilfe eingebunden. Außerdem werden traumatisierte Menschen, vor allem Kinder, in psychosozialen Programmen betreut.

Die provisorischen Unterkünfte werden neu ausgestattet

Einkommensschaffende Maßnahmen

Als weitere nachhaltige Hilfe unterstützen die deutschen Lions einkommensschaffende Maßnahmen. Neben ihrer Unterkunft haben etliche Menschen auch ihren Arbeitsplatz oder ihr Unternehmen sowie ihre Kunden und damit ihre Lebensgrundlage verloren. Damit die Menschen ihre Selbstständigkeit zurückerlangen, ist es also sehr wichtig, die Wirtschaft im Katastrophengebiet wieder in Schwung zu bringen. Da viele Japaner noch in den Evakuationszentren außerhalb ihres Wohnortes leben, kann die wirtschaftliche Aktivität in den schwer getroffenen Gemeinden jedoch kaum anlaufen. Sobald Schutt und Schlamm beseitigt und ihre Häuser wieder renoviert sind, wollen die Bewohner an ihren alten Wohnort zurückkehren. Ohne Möglichkeiten, ihren täglichen Bedarf dort decken zu können und ohne vorhandene Geschäfte bleiben die Bewohner jedoch fern. Ohne Kunden können wiederum die Verkäufer ihre Geschäfte nicht betreiben. Diesen Kreislauf gilt es zu durchbrechen. Deshalb wollen wir Kleinunternehmer aus verschiedenen Branchen unterstützen. In Kooperation mit den Lions in Ishinomaki wird JEN Kontakte zur lokalen Bevölkerung knüpfen, Geschäftsideen gemeinsam diskutieren und die Japaner dabei unterstützen, Business-Pläne zu erstellen und zu optimieren. Im nächsten Schritt kann dann die konkrete Starthilfe geleistet werden, um die jeweilige Geschäftsidee zu realisieren und ein Kleinunternehmen aufzubauen. Dadurch können Arbeitsplätze geschaffen und die Gemeinden neu belebt werden.

Helfer beim Beseitigen der Schlammmassen
Koordinierung der Hilfe

Haushalte neu ausstatten

Inzwischen hat die japanische Regierung mit dem Bau von provisorischen Unterkünften für die hundertausenden Obdachlosen begonnen. Allein in der Stadt Ishinomaki sind 10.000 Unterkünfte vorgesehen. Da der Bau der Regierung vorbehalten ist, unterstützen die deutschen Lions nun die Ausstattung solcher Unterkünfte mit notwendigen Gegenständen für den täglichen Bedarf. Durch die Katastrophe haben viele ihr gesamtes Hab und Gut verloren, so dass oftmals der komplette Haushalt neu ausgestattet werden muss. Die umfassenden Sets enthalten unter anderem Küchengegenstände, Hygieneartikel sowie Matratzen und Bettdecken.

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