Wasser und landwirtschaftliche Entwicklung

Bohrung mit schwerem Gerät in Hule Sifa - eines der ersten drei Bohrlöcher, die bis März 2018 bereits gemacht wurden. (Foto: ARS)

Distriktprojekt des Lions-Distrikts Nord (N)

"Wasser ist Leben" steht für nachhaltige Lions-Projekte im Bereich WaSH und ist außerdem das Motto des Kongress der Deutschen Lions 2019 in Kiel. Der Distrikt Nord (N) unterstützt im Lions-Jahr 2018/2019 ein umfassendes und nachhaltiges Wasserprojekt in Äthiopien, im Südwesten des Landes in den Verwaltungsbezirken (Woredas) Shashogo und Misrak Badawachu, die sich in der Provinz SNNPR (Southern Nations Nationalities People´s Region) befinden. Das Projekt wird vom HDL in bewährter Kooperation mit der Antonia-Ruut-Stiftung initiiert und umgesetzt.

Obwohl Äthiopien mit einem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum von ca. 8-10 %  auf einem guten Weg ist, die Lebensverhältnisse im Land nachhaltig zu verbessern, gehört es derzeit noch zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Erde: rund ein Drittel der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Ein eindeutig bremsender Faktor ist das in weiten Gebieten des Landes fehlende Wasser.

Äthiopien hat fast 100 Millionen Einwohner und ist mit 1,1 Millionen Quadratkilometer Fläche etwa drei Mal so groß wie Deutschland. Derzeit nimmt Äthiopien im weltweiten Vergleich die meisten Flüchtlinge auf, über 800.000 Menschen wurden im vergangenen Jahr registriert, hauptsächlich aus Südsudan, Somalia und Eritrea. All diese Menschen müssen sich nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Nahrungsmitteln versorgen. Neben dem Problem immer längeren Trockenzeiten und ausbleibendem Regen wodurch Reservoirs austrocknen und Brunnen trocken fallen, fehlt es auch an Wissen zu angepassten Anbaumethoden und Verhinderung von Monokulturen und Erosion.

Wasser fehlt überall

In der Projektregion im Südwesten des Landes sind fast alle Bewohner als Kleinbauern oder Tagelöhner in der Landwirtschaft tätig. Mangels Wasser und anderer Arbeitsmöglichkeiten wandern die Menschen jedes Jahr vor allem in der auch als „Hunger Season“ beschriebenen Trockenzeit für 2-4 Monate in die Städte ab, wo sie auf Hilfslieferungen angewiesen sind. Nur etwa 17,5 % der Menschen Zugang zu einer (lokal als angemessen bewerteten) Trinkwasserversorgung (im Landesdurchschnitt 57 %). Lokal angemessen bedeutet: in einer Entfernung von bis zu 1,5 km sind für jede Person „einige Liter“ trinkbares Wasser erreichbar.

Wasser fehlt überall: Als Trinkwasser und in der Landwirtschaft aber auch für die persönliche Hygiene. Fehlenden Sanitäreinrichtungen begünstigen die Ausbreitung der sogenannten "Water Borne Diseases", der wasserverursachten Krankheiten die ursächlich für eine hohe Kindersterblichkeit sind. Armut, Perspektivlosigkeit und totale Abhängigkeit von Hilfslieferungen führen vermehrt zur Flucht, nicht nur vom Land in die Stadt sondern auch über die Landesgrenzen hinaus.

Lions leisten Hilfe zur Selbsthilfe

Mit diesem Projekt soll die Lebenssituation von rund 25.000 Menschen, selbstversorgenden Kleinbauern und ihren Familien, dauerhaft verbessert werden. Dazu werden an vier Standorten Brunnen gebohrt und Pumpen installiert, die mit Solarpaneels betrieben werden. Sind die Brunnen gebohrt und in Betrieb, werden von der Zielgruppe in Eigenleistung unter Anleitung des lokalen Partners SMART, die einfachen Gebäude und Einrichtungen erstellt: Auf Betonfundamenten entstehen die „Wasserkioske“ zur Abnahme von Frischwasser guter Qualität aus dem Brunnen und Duscheinrichtungen sowie Geräteschuppen. Das für die landwirtschaftliche Nutzung vorgesehene Gelände wird eingezäunt. Um zusätzlich Regenwasser oder gepumptes Wasser längerfristig für die Bewässerung nutzen zu können, entstehen Hochbehälter. In Schulungen wird Basiswissen zur Körperhygiene und den Umgang mit dem wertvollen (Über-) Lebensmittel vermittelt.

Wasser ist die Voraussetzung für nachhaltige Landwirtschaft 

Weitere Schwerpunkte des Projekts liegen anschließend in der nachhaltigen Nahrungsmittelsicherung durch Vermittlung von Know-how in aktivem Bodenmanagement, einer dem Klima und den lokalen Bedingungen angepasster Bewirtschaftung und Vermarktung. Die Antonia-Ruut-Stiftung arbeitet seit mehreren Jahren eng mit der lokalen Nichtregierungsorganisation SMART (Sustainable Management of Alternative and Renewable Technologies) zusammen. Es gibt bereits ein Trainingscenter für Kleinbauern. Die Nutzung von organischem Material zur Bodenverbesserung ist in Äthiopien weitgehend unbekannt, Viehdung wurde bisher verbrannt. SMART hat ein Verfahren entwickelt und veröffentlicht, wie mit organischen „Abfällen“ auch aus den entstehenden Toiletten wertvoller Kompost gewonnen und zur Bodenverbesserung eingesetzt wird. Das Verfahren wird inzwischen schon seit mehreren Jahren erfolgreich angewandt.

In unserem Projekt sollen 2.000 Kleinbauern mit einfachen Werkzeugen ausgestattet, intensiv geschult und begleitet werden, bei einer durchschnittlichen Familiengröße von 6-7 Personen erreichen wir damit in der Projektlaufzeit ca. 13.000 Menschen, weitere durch den nachhaltigen Wissenstransfer von geschulten Multiplikatoren. Es werden Bäume angepflanzt, diese spenden in einigen Jahren Schatten für empfindliche Anpflanzungen und tragen wertvolle Früchte zur Eigennutzung und Vermarktung. Es wird reproduzierbarer Samen gewonnen, Keimlinge und Anpflanzungen werden dank ganzjähriger Bewässerungsmöglichkeiten durch die Dürrezeiten gebracht. Anbau, ertragreiche Ernten und Viehwirtschaft sind nur mit zuverlässiger und ganzjähriger Verfügbarkeit von ausreichend Wasser möglich.

Gemeinschaftliche Unterstützung

Das Projekt wird finanziert durch die Lions Clubs im Distrikt N, die Antonia-Ruut-Stiftung und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Vorrausetzung für die 75-prozentige BMZ-Förderung sind u.a. den lokaler Träger vor Ort bei der Umsetzung der Ziele, die die Zielgruppe selbst definiert, zu unterstützen und zu stärken, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und in einer Partnerschaft auf Augenhöhe vorhandene Strukturen und Kapazitäten zu stärken (Capacity Building).

Wollen auch Sie "Wasser ist Leben" unterstützen?
Spenden sind willkommen auf dem Spendenkonto des HDL oder spenden Sie mit wenigen Klicks online.

Erste Ernte in Bisidimo, Äthiopien in Aussicht

Die saftig-grünen Pflanzen machen Hoffnung auf eine gute Ernte. Im Vordergrund ein Bild von der Verteilung des Saatguts und der Lebensmittel. (Foto: DAHW)

Gemeinsam mit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) hat das Hilfswerk der Deutschen Lions, im Rahmen der Nothilfe der deutschen Lions für Afrika ein Projekt für die hungernden Menschen in Bisidimo, Äthiopien iniitiert.

Dank der Lions-Spenden steht die nächste Ernte bevor

Mit dem Projekt soll das Überleben der Betroffenen gesichert und langfristig die Selbsversorgung verbessert werden. In einer ersten Verteilungsrunde wurden 60 kg Mais, 1,5 Liter Speiseöl und Saatgut (6 kg Mais und 6 kg Sorghum) pro Begünstigten an 800 Haushalte ausgegeben.

Jetzt erreichte uns die gute Nachricht, dass die ausgesäten Samen bereits aufgegangen sind und dank der beginnenden Regenzeit gut wachsen. Es wird davon ausgegangen, dass im Oktober / November die Ernte stattfinden kann.
Dank weiterer Spenden der Lions wurden nun weitere 400 Begünstigte, nach den für die erste Runde bereits genehmigten Auswahlkriterien unter Mitwirkung der lokalen Bevölkerung (durch gewählte Ausschüsse), ausgewählt und genehmigt.

Hilfe aufgestockt

Während der zweiten Verteilungsrunde werden 100 kg Mais, 4l Speiseöl pro Begünstigten an 400 weitere Haushalte ausgegeben. Die Menge ist etwas erhöht worden, da es die zunächst letzte Ausgabe vor der Ernte ist.

Die grünen Maispflanzen lassen auf eine gute kommende Ernte hoffen. Wir danken im Namen der Menschen in Bisidimo, Äthiopien allen Spendern für die Hungerhilfe der Lions!

Lions-Hilfe ist angekommen. Hier Bilder von der ersten Verteilungsrunde.
Alle Fotos: DAHW

Lions-Hilfe für rund 800 Familien

Ein sicherer Lagerplatz für die beschafften Hilfspakete. Von hier aus wurde die Ausgabe koordiniert. (Foto: DAHW)

Aus Äthiopien erreichte uns der erste Zwischenbericht von der Nahrungsmittelhilfe für rund 800 Haushalte. Das Projekt wird in der Region Oromia, in Woreda im Osten des Landes umgesetzt. Woreda hat eine Bevölkerung von über 92.000 Menschen. Die Menschen hier bestreiten ihren Lebensunterhalt, zu etwa 70 Prozent,  überwiegend aus der Landwirtschaft. Mais und Sorghum sind die wichtigsten Grundnahrungsmittel in Äthiopien.

Wiederkehrende Dürre-Perioden verschärfen die aktuelle Trockenheit

Sich wiederholende Jahreszeiten mit wenig oder keinen Niederschlägen im Jahr 2015, verschärft durch das El Niño Phänomen, führten im Jahr 2016 zu der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten. Die aktuelle Dürre traf Äthiopien, bevor das Land eine Chance hatte, sich zu erholen.
Viele Familien kämpfen immer noch mit den Folgen der letzten Dürre, die zu vielen Verlusten bei Viehbeständen, Nutzpflanzen und anderen produktiven Besitztümern führte.
Die Gemeinden in der Oromia Region sind besonders betroffen. Die bereits verarmten Familien trifft die erneute Dürre mit aller Härte und bringt sie in eine verzweifelte Situation.

Ihre Hilfe kommt an!

Durch die Bereitstellung von Lebensmitteln, Saatgut und Vieh konnte jetzt 800 landwirtschaftlichen Haushalten geholfen werden. In den vergangenen Wochen wurde folgende Maßnahmen umgesetzt:Zwei Unterausschüsse wurden von Dorfältesten, Frauen und anderen Gemeindeführern zur Unterstützung bei der Auswahl der bedürftigsten Familien gegründet. Nach der ersten Auswahl wurde in den Gemeinden über die Auswahl abgestimmt und mit Zustimmung der Gesamtgemeinschaft bestätigt. Außerdem wurde der Einkauf der Lebensmittel koordiniert und eine sichere Lager- und Verteilungsstelle ausgewählt.

Pro begünstigtem Haushalt wurden in einer ersten Verteilungsrundeje  60 kg Mais, 1,5 Liter Öl und Saatgut ausgegeben. Außerdem erhielt jeder Haushalt eine Ziege. Für die langfristige Hilfe sind Maßnahmen zur selbstständigen Ernährungssicherung geplant.

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) hat ihren Sitz in Würzburg. Im Juni erschien ein Artikel in der Rhein Neckar Zeitung, in dem auch das Lions-Engagement in Äthiopien beschrieben wird.

Bitte helfen Sie den Menschen in Afrika!

Spenden bitte an:

Hilfswerk der Deutschen Lions e.V.
Frankfurter Volksbank eG
IBAN: DE83 5019 0000 0000 3005 00 (DE83501900000000300500)
BIC: FF VBD EFF (FFVBDEFF)

Verwendungszweck: Hunger - Afrika

oder mit wenigen Klicks online spenden!

Lions-Hilfe für Äthiopien

Das Hospital in Bisidmo ist die Anlaufstelle für Hilfe suchende Familien. Von hier aus wird die Lions-Hilfe koordiniert (Bild: DAHW)

Äthiopien ist stark von der Hungersnot in Afrika betroffen, viele Menschen leiden Hunger und kämpfen ums Überleben. Mit rund 50.000 Euro unterstützen die deutschen Lions die sofortige Versorgung von über 350 Haushalten mit Nahrungsmitteln im Sinne der humanitären Hilfe sowie ein nachhaltiges Hilfsprojekt zur längerfristigen Nahrungsmittelsicherheit.

Das Land am Horn von Afrika ist besonders vom Klimawandel betroffen und bekommt die Auswirkungen schwer zu spüren. Auf lange Dürrephasen folgen verheerendende Überschwemmungen. Massive Rodungen verstärken die Bodenerosion, die Böden werden immer unfruchtbarer. Die Menschen in Äthiopien kämpfen mit dauerhafter Nahrungsknappheit, Krankheiten und Existenzängsten.

Schnelle Hilfe in Äthiopien

Um in Äthiopien helfen zu können, arbeitet das Hilfswerk der Deutschen Lions mit einem neuen Partner zusammen. Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) ist schon seit 1957 in Äthiopien tätig. Damals wurde im Ort Bisidmo ein Lepra-Hospital für die Menschen im zentralen Osten gebaut und war von Beginn an der Dreh- und Angelpunkt der Lepra-Hilfe in der Region. Über weitere Details unserer Lions-Hilfe in Äthiopien halten wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden (Stand: 15.05.2017).  

Solarbrunnenprojekt im ländlichen Äthiopien

Schon vier vergleichbare Projekte hat die Antonia-Ruut-Stiftung im ländlichen Äthiopien realisiert, hier die Solarpanels mit Pumpe und Wassertank in Jemaya. (Foto: ARS)

Distrikt MS fördert den Bau von Solarbrunnen in Äthiopien

Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Erde. Rund 83 Prozent der Bevölkerung leben im ländlichen Raum und leben von der Hand in den Mund. Nur etwa ein Viertel der Fläche die Potenzial für die landwirtschaftliche Nutzung hat, wird kultiviert.
Weniger als die Hälfte der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser, auf dem Land sogar noch weniger. Es herrscht generelle Wasserknappheit unter der die Landwirtschaft und damit die Nahrungsmittelversorgung leiden. Der Anbau von landwirtschaftlichen Produkten kommt während der Trockenzeit (der sogenannten „Hunger-Jahreszeit“) zu einem vollkommenen Stopp. Wenig bis kein Verdienst und die größtenteils veralteten und stark saisonabhängigen Anbaumethoden machen die Landwirtschaft unrentabel.

Verschmutztes Wasser und schlechte sanitäre Verhältnisse können für den Tod von vielen, besonders von kleinen Kindern unter 5 Jahren durch Durchfall und damit verbundene Folgeerkrankungen wie Mangelernährung, Lungenentzündungen und Malaria  verantwortlich gemacht werden.

WaSH-Projekt mit Extras

Lions aus dem Distrikt MS und aus Äthiopien haben sich in Kooperation mit der Antonia-Ruut-Stiftung und mit Bezuschussung durch die Lions Clubs International Foundation (LCIF) für ein Projekt im Südwesten des ländlichen Äthiopien am Standort des Dorfes Shemsa Jamaya engagiert, das sowohl einer besseren Wasserversorgung, der Bereitstellung von generellen Hygiene- und Sanitäreinrichtungen (WaSH) und zusätzlich der Nahrungsmittelversorgung dient.

Das Herzstück des Projekts in Shemsa Jamaya ist der Bau eines Solarbrunnens. Seine Pumpe steckt – je nach Brunnentiefe – etwa 120 Meter tief in einem Brunnen. Anders als bei konventionell betriebenen Brunnen, die zum Beispiel mit einem Dieselmotor laufen, wird die Pumpe mittels einer Batterie von 16 hocheffizienten Solarmodulen betrieben, die dem Sonnenverlauf folgen. Mittags mit der höchsten Sonneneinstrahlung ist das Fördervolumen am größten. Nachts steht die Pumpe still so dass der Wasserstand im Brunnen wieder ansteigen kann. Zwei der Module werden für die Stromversorgung und Beleuchtung und zum Laden von Handys verwendet. An den Brunnen ist ein Tank mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern angeschlossen. Damit lassen sich Schwankungen der Pumpe und in der Nachfrage gleichermaßen ausgleichen.

Ebenfalls zum Projekt gehören Sanitäreinrichtungen, die ohne die kontinuierliche Wasserförderung des Brunnens undenkbar wären: Es gibt ein Duschhaus zur Körperpflege, ein Waschhaus und eine größere Toilettenanlage mit Handwaschgelegenheiten. Das Abwasser wird dabei in jedem Schritt durch eine Pflanzenkläranlage gereinigt und mehrfach genutzt: Das gereinigte Dusch-Abwasser wird im Wäschehaus zum Waschen der Wäsche verwendet. Nach einer nochmaligen Klärung steht das Wasser im Toilettenhaus zur Spülung zur Verfügung. Im nächsten Reinigungsschritt können Pflanzensetzlinge bewässert werden. Die immer noch gute Qualität des Wassers ermöglicht zudem die Versorgung einer Viehtränke mit Wasser. So geht nahezu kein Tropfen des wertvollen Rohstoffs Wasser verloren. Bis zu 20.000 Menschen profitieren von diesem Projekt.

Trinkwasser und alle anderen WaSH-Dienstleistungen werden zu sozialen Preisen verkauft, die vor Ort zusammen mit der  Regierung festgelegt werden. Damit werden Rücklagen für die Wartung und Erhaltung aller Anlagen gebildet.

Gegen Armut und Hunger

Die permanente Chance, Setzlinge durch die Trockenzeit zu bringen verbessert die Ernährungssicherheit und bietet die Möglichkeit, durch den Verkauf von Lebensmitteln Einkommen zu erzielen. Die Pflanz- und Erntesaison verlängert sich von drei bis vier Monaten auf bis zu 12 Monate im Jahr. Das dringend benötigte Einkommen können die Menschen für  Bildung (Schulgebühren, Materialien), Gesundheitsversorgung (Medikamente) und die Verbesserung der Anbaumethoden und den Kauf von besserem Saatgut verwenden.

Hier können Sie ein Video zu einem vergleichbaren Projekt im ländlichen Äthiopien ansehen (Afto)

Grund- und Hauptschule in Maychew eingeweiht

(12.12.2011) Nach eineinhalbjähriger Bauzeit war jetzt Schulstart für die Grund- und Hauptschule in Maychew. Ein eindrucksvoller Zeitungsartikel berichtet über die feierliche Zeremonie und den besonderen Tag für alle Beteiligten.

Gerade einmal zwei Jahre nach der Eröffnung des Kindergartens „Bethlehem“ wurden im Herbst diesen Jahres zunächst rund 140 Mädchen und Jungen in drei Klassen eingeschult. Friedhelm Dünnebacke, Dr. Gabriel Hefele und Dr. Günter Lenfers erlebten in Maychew im Norden Äthiopiens die Einweihung der maßgeblich vom Lions Club Limburg finanzierten Grund- und Hauptschule. Die Limburger Presse stellte uns freundlicherweise einen ausführlichen Bericht vom 05.12. zur Verfügung, in dem das Resultat des langjährigen und äußerst erfolgreichen Engagement des LC Limburg eindrucksvoll beschrieben wird.

Hier geht´s zum Artikel: Glückliche Löwen

Neue Schule für 450 Schüler in Maychew/Äthiopien gebaut

Das Projekt verblüfft und macht große Freude: der Lions Club Limburg hat in Äthiopien, einem der ärmsten Länder der Welt, eine Grund- und Hauptschule für 450 Schüler gebaut.

Unter der Lions-Präsidentschaft von Friedhelm Dünnebacke wurde das ambitionierte Schulprojekt 2005 angestoßen. Zuvor hatten die Limburger Lions den dringenden Wunsch der Stadt Maychew nach einer Schule erhalten und beschlossen, sich auch dieser Herausforderung zu stellen. Der Lions-Ball 2007 mit Präsident Christoph Hesselmann wurde kurzerhand unter dieses Motto gestellt und brachte stolze 50.000 Euro ein. Mit diesen Eigenmitteln und dank der Förderung durch das Bundesministerium  für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnte das Vorhaben durch die enge Begleitung von Friedhelm Dünnebacke über das HDL realisiert werden.

Lions Club Limburg engagiert sich seit 30 Jahren in dem Land

Die Schule ist ein Meilenstein im 30-jährigen Engagement der Limburger Lions in Äthiopien. Seit drei Jahrzehnten leistet der Lions Club in dem nordafrikanischen Land Hilfe zur Selbsthilfe. Über enge persönliche Kontakte unterstützt der Club das dortige Bistum in Adigrat. Dieses hilft der Bevölkerung in der rund 50.000 Quadratkilometer großen Region Tigray mit insgesamt 4,5 Millionen Einwohnern nicht nur im sozialen Bereich, sondern verbessert seit Jahren durch nachhaltige und systematische Aufbauarbeit auch die Bildungschancen der Kinder. Das ist auch dringend notwendig, schließlich kann die äthiopische Regierung in der Stadt Maychew nach eigenen Angaben noch nicht einmal für die Hälfte der Kinder Schulplätze zur Verfügung stellen.

Mit Hammer und Meißel

Der Bau der Schule erfolgte völlig ohne Maschinen. Die Arbeiter zerkleinerten Felssteine mit Hammer und Meißel, schachteten die Fundamente mit Muskelkraft aus und mischten auch den Mörtel mit der Hand. Während der Bauzeit fanden so auf der Baustelle bis zu 70 Menschen eine Verdienstmöglichkeit. Der Unterricht in der neuen Schule beginnt im September 2011. Dann werden dort Mädchen und Jungen von den Ordensschwestern „Daughters of Charity“ nach den pädagogischen Methoden Maria Montessoris unterrichtet. Die Nachhaltigkeit und den laufenden Betrieb stellen das Bistum Adigrat und der Orden sicher. Bevorzugt nimmt die Schule arme und sozial benachteiligte Kinder auf, die sonst keinerlei Chance auf einen erfolgreichen Schulbesuch hätten. In den Anfangsjahren wird zusätzlich Förderunterricht angeboten, der die Kinder auf die Eingliederung in das reguläre Schulsystem vorbereitet.

Die Ursprünge der Hilfe der Limburger Lions gehen auf persönliche Verbindungen zurück: Gewährsmann des Lions-Engagements in Äthiopien ist Pater Dietmar Lenfers, Bruder des Limburger Lions-Freundes Dr. Günter Lenfers. Der Ordensmann ist als Afrika-Missionar der „Weißen Väter“ und als Professor im Priesterseminar des Bistums Adigrat tätig. Er weiß um die große Hilfsbedürftigkeit der Bevölkerung und sorgt dafür, dass die Hilfe an der richtigen Stelle ankommt. So wurden die Menschen in der Region Maychew immer wieder mit Medikamenten, Werkzeugen und anderen Hilfslieferungen unterstützt.

Kindergarten für bedürftige Kinder

Bereits in den Jahren 2004 bis 2005 initiierten die Limburger Lions für rund 170 Kinder in Maychew den Bau des Kindergartens „Bethlehem“, der 95.000 Euro kostete und vom Lions Club Limburg ohne öffentliche Mittel finanziert wurde. Kinder, die überwiegend aus unterprivilegierten Bevölkerungsschichten stammen und teilweise als Halb- und Vollwaisen aufwachsen (die HIV-Rate liegt bei 20 Prozent), werden so schon früh in eine soziale Gemeinschaft eingebunden. Mit der nun auf dem gleichen Grundstück entstandenen Schule erhalten diese Kinder die Chance auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz – und somit die Perspektive auf ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben.

Lesen Sie mehr zu den Aktivitäten des LC Limburg unter: www.lionsclub-limburg.de      

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