Hilfe gegen Erblindung in Deutschland: Lions-Hornhautbanken

Infektionen, Verletzungen oder angeborene Erkrankungen können die Hornhaut, das sogenannte Fenster des Auges, trüben oder vernarben. Auf der Netzhaut des Auges kann dann kein brauchbares Bild mehr entstehen. Da sich das Gewebe nicht selbst regenerieren kann, nimmt das Sehvermögen ab und der Patient kann erblinden. Diese Art der Erblindung ist die zweithäufigste nach dem Grauen Star. Doch sie ist mithilfe von Transplantation heilbar.

Die bereits 1905 eingeführte Hornhauttransplantation ist heute die erfolgreichste Transplantationsart. Einem Großteil der Patienten gibt sie das Augenlicht zurück. Die erkrankte Hornhaut wird dabei gegen die gesunde eines Spenders ausgetauscht. Eine Transplantation ist für viele Patienten die einzige Chance, nicht für immer zu erblinden. Bundesweit werden pro Jahr mehrere Tausend Hornhauttransplantationen vorgenommen. Der Bedarf an Hornhäuten liegt jedoch deutlich höher. Tausende von Patienten warten auf Spenderorgane, die ihre erkrankte Hornhaut ersetzen. Die Wartezeit beträgt oftmals etwa ein Jahr, jüngere Patienten müssen meist noch länger warten.

Fünf Lions-Hornhautbanken in Deutschland

Um möglichst vielen Menschen in Deutschland bei dem Erhalt der Sehkraft helfen zu können und um die Wartezeit auf eine Spenderhornhaut zu verkürzen, fördern und unterstützen die Lions über das Hilfswerk der Deutschen Lions (HDL) den Aufbau und die Arbeit von Augen-Hornhautbanken. Die erste Lions-Hornhautbank wurde 1995 in einer gemeinsamen Aktion der Distrikte Rheinland (R), Westfalen-Lippe (WL) und Westfalen-Ruhr (WR) an der Heinrich Heine-Universität in Düsseldorf errichtet. Im April 2000 folgte die zweite Lions-Hornhautbank Saar-Lor-Lux/Trier-Westpfalz an der Universitätsklinik in Homburg/Saar. Drei Jahre später konnte mit finanzieller Unterstützung des Distriktes Süd-West (SW) die dritte am Universitätsklinikum Freiburg errichtet werden. Diese Hornhautbank wird eigenständig vom Distrikt SW betreut. Eine weitere Lions-Hornhautbank ist am Universitätsklinikum Würzburg ansässig und seit März 2015 ist zudem  die Hornhautbank der Universitäts-Augenklinik Heidelberg offiziell eine Lions-Hornhautbank. Sie ist die fünfte Lions-Hornhautbank in Deutschland, weltweit sind es mehr als 50. Zukünftig unterstützen die Clubs des Distrikts 111 Süd-Nord (SN), Projekte oder Anschaffungen der Gewebebank, um die Versorgung mit Hornhauttransplantaten in Nordbaden weiter zu verbessern.

Aufgaben der Lions-Hornhautbanken sind:

  • Hornhautspender zu finden
  • Transplantate zu entnehmen
  • Untersuchung der Transplantate im Labor
  • Konservierung
  • qualitätsgesicherte Bereitstellung für Hornhauttransplantationen

Ein immer größer werdender Anteil an Hornhäuten kommt aus den Lions-Hornhautbanken und wird nicht nur in den angeschlossenen Kliniken transplantiert sondern auch anderen Kliniken in Deutschland für Transplantationen zur Verfügung gestellt. Eine entnommene Hornhaut kann in einer Aufbewahrungslösung nur wenige Tage überleben. An den Hornhautbanken umgeht man heute dieses Zeit-Problem mithilfe von Organkultivierung. Spezielle Nähr- und Konservierungslösungen sorgen dafür, dass entnommene Hornhäute bis zu vier Wochen lebensfähig aufbewahrt werden können und damit transplantierbar bleiben. Voraussetzung dafür sind hohe Standards bei der Sterilität und Kultivierung sowie das entsprechende Know-how. Um Synergien zu nutzen, kooperieren die insgesamt rund 25 Hornhautbanken in Deutschland. Die Lions Hornhautbanken an den Universitäts-Augenkliniken in Düsseldorf und Freiburg sind die einzigen Hornhautbanken in Deutschland, bei denen konsequent auf eine Gewebetypisierung von Spender und Empfänger geachtet wird. Dies hat den Vorteil, dass jeder Patient eine Hornhaut transplantiert bekommt, die bestmöglich zu ihm passt.

Beinahe jeder kann Hornhautspender werden

Es gibt nur wenige Erkrankungen, die eine Spende aussschließen. Selbst Kurz- oder Weitsichtigkeit, Voroperationen am Auge und ein hohes Alter mindern nicht die Qualität einer Spenderhornhaut. Die Einwilligung zur Organspende wird jedoch auch heute immer noch zu selten gegeben. Dabei liegt es oft nicht an der Bereitschaft zur Spende, sondern an der praktischen Umsetzung. Ein ausgefüllter Organspendeausweis kann Leben retten und im Falle einer Hornhauttransplantation Augenlicht schenken. Informieren Sie sich über Organspende und füllen Sie einen Organspendeausweis aus. Dort können Sie auch eintragen, wenn Sie nur der Entnahme bestimmter Organe zustimmen oder eine Spende ganz ablehnen. In jedem Fall schafft ein Ausweis Klarheit. Führen Sie den Organspendeausweis immer bei sich und informieren Sie auch Angehörige über Ihre Einstellung zu Organspende. Das Hilfswerk der deutschen Lions unterstützt Organspende. Deshalb gibt es den Organspendeausweise mit HDL-Logo sowie Info-Broschüren. Weitere Informationen zum Thema und wie Sie die Ausweise und Info-Broschüren beim HDL bestellen können, finden sie hier. Auch durch eine Geldspende können Sie die wichtige Arbeit der Lions-Hornhautbanken unterstützen und Augenlicht schenken.

Informationen über die Lions-Hornhautbanken finden Sie auf der jeweiligen Homepage:

 

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Hornhautverpflanzungen erfolgreichste Transplantationsart

Mit einer Erfolgsquote von 95 Prozent bei günstigen Prognosegruppen sind Hornhautverpflanzungen die erfolgreichste aller Transplantationsarten.

Lions-Hornhautbanken weltweit vertreten

Lions-Hornhautbanken spielen eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Sehkraft. Lions unterstützen seit vielen Jahren die Arbeit von Hornhautbanken. Weltweit gibt es 53 offizielle Lions-Hornhautbanken.

Mehr zu Lions-Hornhautbanken finden Sie auch auf der Internetpräsenz von Lions Clubs International.