Hilfe für viele Augenpatienten
Dr. Ngona Banga ist der erste Lions-Augenarztstipendiat aus der DR Kongo, der seine Ausbildung abgeschlossen hat. Hier stellt er seinen Bericht über seine Arbeit zur Verfügung.
Der LC Nettetal, allen voran Dr. Jürgen Davids, hatte es sich 2005 zur Aufgabe gemacht, die Ausbildung eines Augenarztes gemeinsam mit den Clubs seiner Zone zu finanzieren. Ein Kandidat war dann auch schnell gefunden: Mit Dr. Ngona Banga hatte einer der ersten Ärzte aus der Demokratischen Republik Kongo die Chance, an der englischsprachigen Universität Nairobi sein Facharzt-Studium in Ophthalmologie aufzunehmen. Dank der gemeinsamen, großzügigen Aktion von neun Lions Clubs und zwei Leo Clubs war die Finanzierung sichergestellt. Dr. Ngona Banga verließ für sein Weiterbildungsstudium vorübergehend seine Frau und seine beiden Kinder im Kongo und lernte erst einmal Englisch, bevor er dann im Herbst 2005 sein Studium beim Augenarzt der Christoffel-Blindenmission (CBM) Dr. Martin Kollmann an der Universität Nairobi aufnehmen konnte. Während der gesamten Studienzeit hatte er regelmäßig Kontakt mit Lions-Freund Dr. Jürgen Davids, genannt „Father Davids“. Nach seiner erfolgreich abgeschlossenen Augenarzt-Ausbildung, ist Dr. Ngona Banga zu seiner Familie in den Kongo zurückgekehrt, wo er jetzt vielen Augenpatienten helfen kann.
Dr. Ngona Banga ist den deutschen Lions-Freunden sehr dankbar dafür, dass sie ihm diese Weiterbildung und damit „sein Wirken zugunsten der Ärmsten“ ermöglicht haben. Inzwischen ist er selbst einem örtlichen Lions Club im Kongo (Lionsclub Bunia, District 409) beigetreten.
Lesen Sie hier seinen Bericht und sehen Sie die Bilder seiner Arbeit bei einem seiner Außeneinsätze, genannt „Safari“.
Bericht über die Arbeit des Augenarztes Dr. Banga
Blindheitsverhütung in Kinshasa

- Alle Fotos: CBM
In Kinshasas ärmsten Stadtteil Masina ist das erste Ausbildungszentrum für augenmedizinisches Fachpersonal im gesamten frankophonen Afrika entstanden. Die angeschlossene neue Augenklinik bietet verschiedene notwendige Behandlungsmöglichkeiten.
Nach rund dreijähriger Bauphase kann seit der Einweihung im Oktober 2009 tausenden von Patienten geholfen werden.
Das Projekt hat folgende Ziele, die bis zum Jahr 2011 verwirklicht werden sollen:
Ausbildung von medizinischem Personal
- Augenärzte
- Eye Nurses (auf Augenarbeit spezialisierte Krankenschwestern und Pfleger)
- Ophtalmologic Clinical Officers (=OCOs), das sind in 2-jähriger Ausbildung weiter gebildete Schwestern und Pfleger. Sie können Untersuchungen und einfache Behandlungen selbstständig durchführen.
- Katarakt-Chirurgen, das sind OCOs, die sich spezialisiert und weiter gebildet haben. Sie können z. B. Operationen am Grauen Star durchführen.
- Gemeinde-Koordinatoren (450 sind schon ausgebildet) und freiwillige Gesundheitshelfer (4000 engagieren sich bereits): In ihrem Lebensumfeld betreuen sie Familien, klären auf und beraten. Falls nötig überweisen und begleiten sie Erkrankte zu geeigneten Behandlungen.
Untersuchungen und sofortige Hilfe
Die theoretischen Lehrinhalte der Universitäts-Ausbildung werden in der neuen Augenklinik praktisch umgesetzt. Schon in der Anfangsphase konnten seit 2006 über 1.500 sehbehinderte und blinde Kinder identifiziert werden. Mehr als 300 wurden bereits operiert, über 800 wurden gemäß ihren Fähigkeiten in Reha-Maßnahmen und Schulen integriert. In den nächsten Jahren (bis 2011) sollen jährlich 80.000 Augen-Untersuchungen erfolgen und 300.000 Brillen verordnet werden. Daneben sind die Produktion und der Verkauf von Augentropfen sowie die Einnahmen einer Optiker-Werkstatt wichtige Einnahmequellen für die Augenklinik. Sie ermöglichen und sichern neben den Arbeitsplätzen für Einheimische auch die Untersuchung und Behandlung Bedürftiger.
Operationen und Rehabilitation
Seit 2010 führen angehende Augenärzte, OCOs und Katarakt-Chirurgen jährlich im Praxistraining 4.000 Katarakt-OPs (davon 200 an Kindern) sowie die Nachsorge und Rehabilitation durch.
Lesen Sie mehr:
Projektbericht Lichtblicke für das frankophone Afrika (LION 12/2009)
Projektbericht Ausbildungsklinik Kinshasa (05/2009)
Weitere Informationen erhalten Sie beim HDL:
Carola Lindner
Tel. +49(0)611-9915480
c.lindner(at)lions-hilfswerk.de
Sehen Sie hier den Film über die Augenarbeit im Kongo:
Lions-Nothilfe im Kongo
Von Oktober 2008 an herrschten monatelang bürgerkriegsähnliche Zustände im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Die dramatische Situation der notleidenden Bevölkerung erforderte schnelle Hilfe von Außen. Insgesamt gingen beim Hilfswerk der deutschen Lions e. V. (HDL) über 10.000 Euro Spendengelder ein.






