Lichtblicke für Gehörlose
Zukunft schaffen für Gehörlose in Bolivien
Mit der internationalen Langzeitactivity SightFirst engagieren sich die Lions seit Jahren erfolgreich im Kampf gegen vermeidbare Blindheit. Jetzt erweitern die deutschen Lions ihre Hilfe auf „Lichtblicke für Blinde und Gehörlose“. Zusätzlich zu den derzeitigen deutschen SightFirst-Projekten in Afrika realisieren die Lions nun auch ein landesweites Hilfsprogramm für Gehörlose in Bolivien.
In Bolivien ist das Netz der sozialen Fürsorge unzureichend und bietet oft nicht einmal das Notwendigste an medizinischer Versorgung. In dem ärmsten Land Südamerikas leben ca. 128.000 Menschen mit einer Hörschädigung, die meist zu spät erkannt und wegen fehlender medizinischer Hilfe oft nicht behandelt wird. Viele betroffene Kinder können daher die Schule nur kurz oder gar nicht besuchen, was zu sozialer Ausgrenzung und Unselbstständigkeit führt. Um die Situation dieser Menschen zu verbessern, bauen die deutschen Lions nun gemeinsam mit der Christoffel-Blindenmission (CBM) ein landesweites Programm von der Prävention bis zur Betreuung von Hörbehinderten auf.
Bereits seit vielen Jahren unterstützt CBM, langjähriger Kooperationspartner der Lions, Projekte für Gehörlose in Bolivien. Die einzelnen Projekte ergänzen sich in ihrer Vielfalt, waren jedoch in der Vergangenheit nur wenig vernetzt. Deshalb werden nun Synergien zwischen den verschiedenen Einrichtungen geschaffen. Insbesondere Kinder und Jugendliche sollen gefördert werden, da gerade bei jungen Menschen durch Früherkennung und Prävention die Hilfe besonders gut greifen kann.
Die Projekte im Einzelnen
Konkret werden die Lions und CBM mit dem Programm unter anderem das Audiologiezentrum in Cochabamba sowie eine Schule in Tarija unterstützen. Hier wurden bisher vor allem Kinder mit Hörbehinderungen ab dem Grundschulalter unterrichtet. Nun sollen auch Untersuchungen von Säuglingen und Kleinkindern sowie Frühförderung möglich werden. Außerdem wird in Cochabamba eine Werkstatt für die Anpassung von Hörgeräten sowie für die Aus- und Weiterbildung von Hörgeräteakustikern eingerichtet.
Gebärdensprache weiterentwickeln
Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der Gehörlosenschule Arca Maranatha in Riberalta. Sie gilt landesweit als führend in der Weiterentwicklung der bolivianischen Gebärdensprache und erarbeitet eigene Lehrbücher. Da in Bolivien insgesamt geeignete Unterrichtsmaterialien für Hörbehinderte fehlen, sollen diese hier in Zukunft zentral hergestellt werden. Auch für junge Menschen nach der regulären Schulzeit bietet das Programm eine Perspektive: An der Schule Julia Jímenez, die bereits erfolgreich hörbehinderte Jugendliche ausbildet, wird ein Cateringbetrieb eingerichtet. Dort werden die Auszubildenden auf einen Beruf in der Gastronomie vorbereitet.
Um Hörbehinderten auch wirksame medizinische Hilfe anbieten zu können, soll in Trinidad eine Klinik mit speziellem Operationssaal ausgebaut und ausgestattet werden. Bislang arbeitete die HNO-Abteilung der Klinik recht eingeschränkt in einem provisorischen Operationssaal. Die Wartezeit für die zum größten Teil sehr armen Patienten betrug bis zu einem Jahr. Trotzdem ist die Qualität der medizinischen Arbeit über die Grenzen Trinidads hinaus bekannt und zieht Patienten aus der weiten Umgebung an. Um zusätzliche Patienten versorgen zu können und für komplexere Operationen, ist zusätzlich eine Krankenstation zur stationären Aufnahme von Patienten notwendig. Neben der Hilfe für Gehörlose wird in Tarija auch ein vielfältiges Rehabilitationsprogramm für Menschen mit anderen Behinderungen angeboten.
Aufbau von Fachwissen
Um die Vernetzung der Projekte voranzutreiben, wird ein Koordinationsbüro mit Sitz in Cochabamba eingerichtet, das gemeinsame Kampagnen zur Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungsveranstaltungen organisieren wird. Durch diese Arbeit wird der Aufbau von Fachwissen zum Thema Hörschäden in Bolivien intensiviert und hilft, die Rechte von Menschen mit Behinderung im Land zu stärken. In den verschiedenen Projekten werden zudem Gebärdensprachdolmetscher ausgebildet, die landesweit die Integration von gehörlosen Menschen fördern werden.
Das Lions-CBM-Kooperationsprojekt ist auf vier Jahre ausgelegt und soll in diesem Zeitraum rund 13.000 Menschen direkt helfen, indirekt aber auch eine nachhaltige, sich später alleine tragende Struktur aufbauen.
Wenn auch Sie helfen wollen, z. B. gemeinsam mit Ihrem Club, kann Ihnen das Hilfswerk der Deutschen Lions (HDL) überschaubare individuelle Teilprojekte zur Unterstützung vorschlagen.
Weitere Informationen finden Sie hier:
Projektinfos Lichtblicke für Gehörlose Bolivien
Flyer Lichtblicke für Gehörlose (pdf)
Nähere Informationen erhalten Sie bei
Carola Lindner
Tel. +49(0)611-9915480





