Hilfe für die Erdbebenopfer in Indonesien

- Kinder in einer Notunterkunft

- Installieren eines Regenwassersammelsystems

- Wasserpumpe

- Sanitäre Anlage, Fotos: Help
Lions-Spenden sichern den Aufbau der Wasserversorgung - Zwischenbilanz der Hilfe
29. Januar 2010
Die beiden schweren Erdbeben auf der indonesischen Insel Sumatra Ende September 2009 lösten bei den deutschen Lions starke Betroffenheit aus. Viele engagierten sich, um den Notleidenden zu helfen. Insgesamt gingen über 179.000 Euro beim Hilfswerk der Deutschen Lions (HDL) ein. Bei allen Spendern möchten wir uns ganz herzlich im Namen der Erdbebenopfer für die Unterstützung bedanken.
Durch die Naturkatastrophe wurden innerhalb weniger Minuten zahlreiche Existenzen zerstört. Die Beben forderten mehr als 1000 Todesopfer und etliche Verletze. Zehntausende Menschen verloren ihr Zuhause. Insbesondere die Großstadt Padang und die nördliche ländliche Umgebung waren betroffen. Ganze Bergdörfer wurden von Erdrutschen begraben.
Lions sorgen für Zugang zu sauberem Wasser
Vor Ort setzt unser bewährter Kooperationspartner Help – Hilfe zur Selbsthilfe e. V. aus Bonn die Hilfe gemeinsam mit den lokalen Lions, dem Auswärtigen Amt und anderen Partnern um. Auch in den nächsten Monaten wird die Aufbauarbeit weitergehen. Konkret wird die Lions-Hilfe auf Sumatra in der lebensnotwendigen Wasserversorgung eingesetzt, damit die betroffenen Menschen vor Ort wieder Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen bekommen. So wurden unter anderem Wassertanks, Wasserpumpen und Sandfilter angeschafft. Daneben wurden Regenwassersammelsysteme an den vorläufigen Unterkünften, in denen die Menschen seit den Erdbeben leben, installiert. Beim Wiederaufbau werden die Tanks und Dachrinnen in die neuen Häuser integriert. Damit ist dies eine Hilfe, die sofort wirken kann und ebenso von nachhaltiger Bedeutung ist.
Sharina gehört zu den zahlreichen Menschen, die durch die Naturkatastrophe plötzlich ihr Zuhause verloren haben. Sie lebte in einem der jetzt verschütteten Bergdörfer im Bezirk Malalak. Als die Erde zu beben begann, ist Sharina schnell ins Freie gelaufen. Das hat ihr das Leben gerettet. Seit Mitte Oktober 2009 lebt sie nun in einer Notunterkunft. „Ich habe gesehen wie der Hang abrutschte und mein Haus begrub. Ich habe alles verloren und besitze nur noch, was ich am Körper trage”, sagt Sharina. Da in der Bergregion keine Flüsse in der Nähe verlaufen und der Grundwasserspiegel zu tief liegt, um manuell Brunnen anzulegen, sind die Bewohner seit jeher auf das Sammeln von Regenwasser angewiesen. Jetzt, wo die Häuser zerstört sind, fehlt auch die Möglichkeit, Wasser zu sammeln. „Anfangs hatten wir keinen Zugang zu Wasser in der Nähe des Lagers. Die Regierung hat uns mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgt. Doch wir hatten viel zu wenig Wasser zum Kochen und konnten uns nicht waschen”, erzählt Sharina.
Die großzügige Unterstützung der deutschen Lions hat den Bau von Regenwassersammelanlagen sowie die Verteilung von Trinkwasserfiltersystemen ermöglicht. Die Sammelsysteme werden in der Notunterkunft gemeinschaftlich genutzt. Hier sind sie in temporäre Badehäuser mit integrierter Toilette eingebaut, die mit einem lokalen Partner errichtet wurden. Entlang der Dächer verläuft eine Regenrinne, die eine Zisterne mit Wasser füllt. Diese wiederum leitet das Wasser in Wasserbecken. „Wir sind den Lions sehr dankbar dafür, dass wir diese Anlagen nutzen können. Viele von uns hatten auch schon Angst, dass sich aufgrund fehlender sanitärer Anlagen und Hygiene bald Krankheiten ausbreiten könnten“, berichtet Sharina.
Hilfe zur Selbsthilfe
Das Übergangslager in Malalak ist nur einer von vielen Orten in Westsumatra, in denen Help durch die Unterstützung der deutschen Lions mit Wasserversorgung und sanitären Anlagen aktiv werden konnte. Zahlreiche weitere Regenwassersammelanlagen wurden in anderen Dörfern errichtet. Kompetente Projektmitarbeiter garantieren die professionelle Installation. Nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ schulen sie gleichzeitig die lokale Bevölkerung darin, wie die Systeme installiert und repariert werden können. Daneben können - dank der Lions-Hilfe - viele Haushalte mit Sandfiltern ausgestattet werden. Sie ermöglichen das Reinigen von trübem Wasser und töten 98 Prozent der Krankheitserreger. Diese Sandfiltersysteme sind während der Tsunami-Hilfe von Experten entwickelt worden und haben sich in Indonesien bereits bewährt. Alle Materialien sind lokal zu einem günstigen Preis erhältlich und bieten eine nachhaltige Lösung. Einmal in Gebrauch, muss lediglich die Sandfüllung regelmäßig ausgetauscht werden. Andere Hilfsmaßnahmen wie die Reparatur defekter Wassersysteme und der Bau von Schultoiletten, werden in der nächsten Zeit folgen.
Gesundheitskampagne
Auch mehrere Monate nach der Katastrophe befinden sich viele Menschen in der Region noch immer in einer Notlage. Hier ist es wichtig, sie dafür zu sensibilisieren, gewohnte Verhaltensweisen in Bezug auf Hygiene zu ändern, da diese ein Gesundheitsrisiko darstellen können. Gemeinsam mit dem Lions Club Medan Padang wird Help deshalb auch eine Gesundheitskampagne durchführen, um die Menschen im Umgang mit Wasser und in Hygiene zu schulen. Die Kampagne richtet sich primär an Frauen, da diese sich traditionell um Wasser kümmern, sowie an Kinder. Die Lions-Hilfe in Indonesien ermöglicht einigen tausend Menschen langfristig, ihr Leben nach der Katastrophe wieder aufzubauen und Hoffnung für die Zukunft zu schöpfen.




