Mein Sommer in der Mongolei
Warum ich mich eigentlich für die Mongolei entschieden habe – diese Frage wurde mir oft gestellt. Nun, ich liebe die Natur, die Weite, Pferde und die Geschichte von Völkern und Kulturen. Als ich dann vom Ressort Jugend des Hilfswerkes der Deutschen Lions erfuhr, dass ich in der Mongolei akzeptiert worden bin, wuchs meine Vorfreude. Diese wurde nur größer, als ich Reiseführer und Berichte über das Land las. Dann endlich war es soweit: ich flog über Peking nach Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei. Dabei beschlich mich das gute Gefühl, ein kleines Abenteuer zu erleben. Im Gepäck hatte ich drei Kontaktadressen: eine Lionsadresse und zwei Adressen von Familien, die mich aufnehmen sollten. Zunächst wurde die Hauptstadt mein Aufenthaltsort. Eine freundliche, für dortige Verhältnisse wohlhabende Familie, ließ mich an ihrem Leben teilhaben. Man sprach Englisch, etwas Deutsch und mit Händen und Füßen. Voller Stolz berichtete meine Gastfamilie mir von ihrem Leben in der Großstadt: raus aus der Jurte, rein in eine Wohnung mit Möbeln und Betten sowie zentraler Wasserversorgung mit WC und kalter Dusche. Ein Leben mit somit nahezu „westlichem Lebensstandard“.
Buddhistische Tempel und Dschingis Khan
Draußen vor der Tür aber sind die Straßen desolat. Ein Regenguss bringt Schlammlawinen mit sich und der Verkehr ist unorganisiert. Das Stadtbild ist kommunistisch geprägt, man amüsiert sich in Pubs, auf dem Schwarzmarkt oder mit Karaoke. Man trifft auf buddhistische Tempel und Anlagen, einen allgegenwärtiger Dschingis Khan und abertausende Jurten am Rande der Stadt. Hier leben zahllose Menschen am Rande des Existenzminimums: sie sind keine Nomaden mehr und nicht wirklich sesshaft. Im internationalen Jugendcamp in Nairamdal traf ich Koreaner, Chinesen, Japaner, Russen, Amerikaner, Iren, eine weitere Deutsche und vor allem Mongolen. Ich lernte mongolische Tänze, Gesänge, Kampfsportarten und viel über die Traditionen dieses liebenswerten, erfolgreichen, aber auch geschundenen Volkes.
Grüne unendliche Weite
Deutlich merke ich den Unterschied zwischen Stadt und Land. Auf dem Land ticken die Uhren einfach anders. Das Wetter ist sehr vielfältig; die Luft trocken, es weht immer ein Wind, die Temperaturen schwanken im Sommer zwischen 10 und 30 Grad. Meine Gastfamilie nahm mich freundschaftlich auf. Sie besaßen Ziegen, Schafe, Pferde, Kühe und betrieben eine kleine Landwirtschaft. Vergorene Stutenmilch und Fleisch sind wichtige Nahrungsgrundlagen. Man lebt in großen Familien zusammen; man ist stolz auf seine Kinder und liebt die ganz Alten wie die Jungen. Die Frauen kümmern sich um die kurzbeinigen Individuen, die Männer um die Langbeinigen. Das Landleben ist ursprünglich, man ist glücklich. Wasser und Strom gibt es nicht, man schläft auf einer Matte auf dem Boden. Ich lernte Kühe mit der Hand zu melken, habe Ziegen gehütet und bin auf einem „unangry horse“ durch die Steppen geritten. Grüne unendliche Weite – irgendwo im Nirgendwo. Es waren Wochen voller Entbehrungen – insgesamt konnte ich fünfmal duschen – und das Essen war sehr gewöhnungsbedürftig! Aber es war auch eine spannende Zeit voller neuer Erfahrungen und Eindrücke, die ich vermutlich erst in den kommenden Wochen und Monaten vollständig verarbeitet habe.
Tabea Braun, Teilnehmerin des Lions Jugendaustauschs 2009
Der Sommer meines Lebens in Alaska und Kanada
Dieses Jahr erfüllte sich ein großer Traum für mich. Im Sommer war ich über den Lions Jugendaustausch für sechs Wochen in Alaska und Kanada. Mein Aufenthalt bestand aus einem je zweiwöchigen Familienaufenthalt vor und nach dem 14-tägigen Camp. In diesem bin ich mit etwa 20 Jugendlichen aus der ganzen Welt, wie Kroatien, Niederlande, Belgien, Türkei, Italien, Österreich und China zusammengewesen. Zum ersten Mal habe ich außerhalb von Europa Urlaub gemacht. Es war ein großartiges Erlebnis allein in einem anderen Land, weit weg von zu Hause zu sein. Meine erste Gastfamilie in Fairbanks (Alaska) sowie auch meine zweite in Whitehorse (Kanada) waren sehr freundlich. In beiden Familien war ich mit einem jeweils anderen Mädchen untergebracht. Zufälligerweise kamen beide aus Belgien. Die Familien haben mich in ihr Familienleben integriert, mir ihre doch sehr unterschiedliche Kultur vermittelt und die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in ihrer Nähe gezeigt.
Heiße Quellen, Rafting und Lagerfeuer
Als es Zeit für das Camp war, wurde jeder Jugendliche von seiner Gastfamilie dorthin gebracht. Unser Camp in North Pole bestand aus mehreren Häusern auf einem großen Grundstück. Wir waren alle aufgeregt und sahen mit Vorfreude auf die nächsten zwei Wochen. Während dieser Zeit wurde uns viel geboten, häufig mit Unterstützung der sehr netten und außerordentlich gastfreundlichen Lionsclubs der Umgebung. Zu den Ausflügen fuhr uns immer ein gelber, amerikanischer Schulbus. Wir haben heiße Quellen besucht, sind in Nationalparks gefahren, gewandert und haben eine Raftingtour unternommen. Nach der ersten Woche sind wir drei Tage lang immer ein Stück näher zu unserem Ziel in Kanada gefahren und haben in jeder größeren Stadt gehalten. Dort wurden wir von den jeweiligen Clubs gut umsorgt. In Kanada hatten wir dann leider nur noch vier gemeinsame Tage. Ein Grund mehr die Zeit voll und ganz zusammen auszunutzen. Wir sind in den Seen schwimmen gegangen und haben einen Tag mit Tubing verbracht. Dabei wird man im Gummiboot von einem Schnellboot gezogen. Außerdem haben wir Downtown erkundigt, gemeinsam gekocht und die Abende am Lagerfeuer ausklingen lassen. Am Ende dieser Zeit kam der schlimmste Moment in meinen Ferien: wir mussten uns vom Großteil der Gruppe trennen, da viele Teilnehmer schon nach Hause flogen. So standen wir dann betrübt am Flughafen und warteten auf unsere kanadischen Gasteltern. Ich hatte aber Glück, da meine beste Campfreundin zufällig mit mir in die gleiche Gastfamilie kam. In diesem Urlaub habe ich viele neue Freunde gefunden und meine schönste Reise bisher erlebt. Vielen Dank den Lions, die dieses tolle Erlebnis für mich ermöglicht haben. Sicherlich werde ich mir die kommende Liste des Jugendaustausches anschauen.
Katharina Heinrich, Teilnehmerin des Lions Jugendaustauschs 2009
The Sound of Music 2009
Ganz im Zeichen der Musik stand das Jugendcamp "The Sound of Music 2009" in Österreich. Hier können Sie sich das Video des Abschlusskonzerts anschauen und finden Presseartikel und Fotos zum Camp. Außerdem können Sie im Campdiary schmökern, um zu erfahren, was die Jugendlichen alles erlebt haben.





